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Der Streit um Zion

Douglas Reed

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Kapitel 46,1

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Die Klimax

Einleitung

Die Rohfassung des vorliegenden Buches entstand zwischen 1949 und 1952. Von 1953 bis 1956 überarbeitete und vervollständigte ich den Text; im Oktober und November 1956 schrieb ich die beiden letzten Kapitel. Es war dies in der Tat ein passender Zeitpunkt für den Abschluss eines Werkes, das sich das Ziel gesetzt hatte, den Einfluss des talmudistischen Zionismus auf die Geschichte der Menschheit zu beleuchten, denn seit dem Augenblick, wo diese Ideologie nach rund 1880-jährigem Wirken im Untergrund offen und unverhüllt die weltpolitische Bühne betreten hatte[34], waren eben fünfzig Jahre (die Hälfte des „jüdischen Jahrhunderts“) vergangen. Rufen wir uns die damaligen Ereignisse kurz in Erinnerung:

•  1903 bot Großbritannien den Zionisten Uganda an. Dies war der erste auf der Hand liegende Beweis dafü, dass westliche Spitzenpolitiker mit dem Judentum als einer Einheit verhandelten.

•  1906 empfing Arthur Balfour Dr. Weizmann in seinem Hotelzimmer, nachdem die Zionisten den Uganda-Plan verworfen hatten. Damit schlug England einen unheilvollen Kurs ein: es betrat einen Pfad, an dessen Ende die Gründung des zionistischen Staates in Palästina stand.

1956 ist noch aus einem zweiten Grund ein passendes Jahr für den Abschluss dieses Buches. Seit den schweren Unruhen, die Russland Anno 1905 im Anschluss an den verlorenen Krieg gegen Japan erschütterten, ist inzwischen ebenfalls ein halbes Jahrhundert vergangen, so dass auch die Revolution, deren Existenz heute einen permanenten Faktor der Weltpolitik darstellt, mittlerweile ein halbes Jahrhundert alt ist. (Dass sie ihre Vorläuferinnen hatte, von Cromwell in England über Weishaupts Illuminaten und die Französische Revolution bis zum Revolutionsjahr 1848, steht auf einem anderen Blatt.)

Zu guter Letzt fanden 1956 in den USA wieder einmal Präsidentschaftswahlen statt, die noch eindeutiger als sämtliche früheren Wahlen Zeugnis von der Macht der Zionisten in Amerika ablegten.

Wäre ich mit hellseherischen Fähigkeiten begnadet, so hätte ich zu Beginn meiner Arbeit an diesem Buch keinen besseren Augenblick für seinen Abschluss wählen können als den Herbst 1956. Vor dem Hintergrund der dramatischen Ereignisse, die sich eben vor unser aller Augen abgespielt haben, ist dies der ideale Moment, um die Entwicklung der letzten Jahrzehnte Revue passieren zu lassen und ihre unheilschwangeren Folgen für die Menschheit aufzuzeigen.

Aus den früher erwähnten Gründen hegte ich während der Arbeit an meinem Buch nur sehr geringe Hoffnung, es unmittelbar nach seiner Fertigstellung publizieren zu können; unter den Bedingungen unseres „jüdischen“ Jahrhunderts schien mir dies annähernd unmöglich. Doch auch wenn es in absehbarer Zukunft nicht erscheinen kann, vertraue ich darauf, dass seine Aussage auch in fünf, zehn oder mehr Jahren noch Bestand haben wird, und ich bin überzeugt, dass es irgendwann erscheinen wird. Jenes ungeschriebene Gesetz gegen Ketzerei, das gegenwärtig jede offene Diskussion über die jüdische Frage verhindert, wird meiner Überzeugung nach nämlich früher oder später fallen. Eines Tages wird man wieder frei über dieses Thema sprechen können, und vieles von dem, was in diesem Buch steht, wird sich dann als wichtig erweisen.

Wie immer sich die Dinge künftig entwickeln werden, ich schließe mein Werk mit den Ereignissen im Oktober und November 1956 ab, und wenn ich mir den heutigen Zustand der Welt ansehe, wird mir klar, dass er die logische Konsequenz der von mir nachgezeichneten Entwicklungen ist. Das ganze Jahr 1956 hindurch kursierten die Gerüchte über einen unmittelbar bevorstehenden Krieg penetranter denn je zuvor seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Die beiden heißesten Krisenpunkte des Erdballs sind zwei Gebiete, die sich angesichts der 1945 von den führenden Politikern des Westens getroffenen Arrangements zwangsläufig zu Pulverfässern entwickeln mussten:

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Palästina, wo die Zionisten mit tatkräftiger Hilfe des Westens ihren Staat gründen durften, und Osteuropa, wo die talmudistischen Revolutionäre – ebenfalls mit aktiver Unterstützung des Westens – die Macht an sich rissen. Ich rufe meinen Lesern in Erinnerung, dass diese beiden Bewegungen, der revolutionäre Zionismus und der revolutionäre Kommunismus, Ende des 19. Jahrhunderts in den jüdischen Ghettos Russlands Gestalt annahmen; wie Dr. Weizmann bezeugt, verlief damals durch unzählige jüdische Sippen ein Riss, weil sich die einen Familienangehörigen zur ersten und die anderen zur zweiten Spielart der Revolution hingezogen fühlten.

Im Verlauf der letzten Jahre haben die Politiker des Westens zweimal besonders laut mit dem Säbel gerasselt. Anstoß dazu gaben in beiden Fällen Ereignisse, die zunächst als Bedrohung der westlichen Welt insgesamt gewertet wurden, doch von einer solchen war schon bald nicht mehr die Rede, und die Politiker begnügten sich fortan damit, ihre Empörung über die Gefahr zu bekunden, die angeblich „den Juden“ drohte. In beiden Fällen wurden die Massen aktiv auf einen Krieg im Namen – oder zur Verteidigung – der Juden bzw. Israels eingestimmt.

In einem früheren Kapitel habe ich die Auffassung vertreten, ein allfälliger dritter Weltkrieg werde für jüdische Interessen ausgefochten werden; die Ereignisse der Jahre 1917 bis 1945 ließen keinen anderen Schluss zu. Was sich Anno 1953 und 1956 tat, hat mich in dieser Überzeugung noch bestärkt. Wäre es damals zum Krieg gekommen, so wäre dessen wahrer Grund noch wesentlich klarer zutage getreten als die Ursachen des Ersten und des Zweiten Weltkriegs. Da die Öffentlichkeit ein kurzes Gedächtnis hat, mag sie die betreffenden Geschehnisse zum Zeitpunkt, wo mein Buch erscheinen wird, bereits vergessen haben, so dass ich sie nun rekapitulieren will.

Anfang 1953 erfuhr die Welt, dass in Moskau wieder einmal ein Schauprozess geplant war. Unter den Angeklagten befanden sich mehrere Juden. Dies versetzte die westlichen Politiker in helle Aufregung; sie schrien Zeter und Mordio über die angeblich drohende „Ausrottung“ der sowjetischen Juden, die, folgte man diesen Herrschaften, ungleich mehr unter Verfolgungen zu leiden hatten als nichtjüdische Sowjetmenschen. Das Wehegeheul über das grause Schicksal der Juden in der UdSSR ging schon bald in ein regelrechtes Kriegsgeschrei über, doch dann segnete Stalin unerwartet das Zeitliche, und der Prozess wurde abgeblasen, worauf das Getöse im Westen sogleich verebbte. Für mich verdeutlichte diese Episode, dass geplant war, einen künftigen Krieg „gegen den Kommunismus“ - den viele westliche Politiker und Zeitungen damals als wahrscheinlich, wenn nicht gar unvermeidlich darstellten – ganz offen im Namen „der Juden“ zu führen. Der anderen, zahlenmäßig ungleich stärkeren Völkerschaften, die der Kommunismus versklavt hatte, würde man bestenfalls in einem Nebensatz gedenken.

Im Juli 1956 begannen die Kriegstrommeln wieder zu dröhnen, nachdem Ägypten den Suezkanal verstaatlicht hatte. Während der ersten paar Tage der Krise rechtfertigte der britische Premierminister Anthony Eden sein martialisches Gehabe mit der Behauptung, der Schritt der ägyptischen Regierung bedrohe „die Lebensader Großbritanniens“, doch schon bald griff er zu dem (seiner Ansicht nach offenbar schlagkräftigeren) Argument, wenn man den Ägyptern diese Maßnahme straflos durchgehen lasse, würden sie „Israel angreifen“. Nun galt der Zionistenstaat plötzlich als jenes Land, das am schwersten von der Unterstellung des Suezkanals unter ägyptische Kontrolle betroffen war. Offenbar sollte auch ein Krieg im Nahen Osten „im Namen der Juden“ ausgefochten werden.

Einige Monate später, im November 1956, fanden in den Vereinigten Staaten von Amerika Präsidentschaftswahlen statt. Es waren die siebten Wahlen ihrer Art, bei denen die Zionisten Druck auf beide Seiten ausübten, und die dritten, bei denen sie dies ganz unverhohlen taten. Während des Wahlkampfs buhlten Demokraten wie Republikaner schamlos um jüdische Stimmen

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und überboten sich dabei mit Versprechungen gegenüber dem Zionistenstaat, dem sie Waffen, Geld und Garantien in Aussicht stellten. In voller Kenntnis der akuten Kriegsgefahr im Nahen Osten verpflichteten sich beide Parteien zur bedingungslosen Unterstützung Israels.

Dies alles legt den Schluss nahe, dass die Massen der westlichen Länder, durch ihre Politiker und durch ihre Gleichgültigkeit, die Lunte am Pulverfass in Brand gesteckt haben. Seitdem der Westen sich mit den Zionisten eingelassen hat (die ersten sichtbaren Schritte in dieser Richtung erfolgten vor einem halben Jahrhundert), steuert er unentrinnbar auf jene Katastrophe zu, die sich vor unser aller Augen am Horizont abzeichnet.

Nach jedem der beiden Weltkriege drangen schon bald allerlei Informationen über dessen jeweilige Ursachen an die Öffentlichkeit; in beiden Fällen stellte sich heraus, dass letztere ganz anderer Natur waren, als man den breiten Massen weisgemacht hatte, und dass die eigentliche Verantwortung bei anderen Leuten lag, als man gemeinhin glaubte. Die Bücher, in denen diese Enthüllungen standen, fanden bei ihren Lesern großen Anklang, denn nach einem Krieg verhält sich das Volk nicht mehr so leichtgläubig wie vor diesem und will wissen, ob er womöglich zu vermeiden gewesen wäre. Diese kritische Einstellung ist freilich nicht von langer Dauer, und wenn vor einem neuen Krieg abermals die Propagandawalze anrollt, schluckt die Masse die Lügen ebenso bereitwillig wie beim letzten Mal.

Ob sich Kriege vermeiden ließen, wenn die dem Menschen eigene Leichtgläubigkeit und seine Anfälligkeit für grobschlächtige Propaganda durch eine umfassende, sachliche Aufklärung über die Ursachen bewaffneter Konflikte gekontert würden, vermag ich nicht zu beurteilen, weil dergleichen noch nie geschehen ist. Mit dem vorliegenden Buch möchte ich unter anderem beweisen, dass die Gründe und die Verantwortlichen für einen Krieg schon vor dessen Ausbruch und nicht erst nach seinem Abschluss benannt werden können. Mir scheint, dass mein Buch diesem Anspruch gerecht wird und dass die Richtigkeit der darin vertretenen Thesen durch die historischen Ereignisse bestätigt worden ist und weiter bestätigt wird.

Dies gilt meiner Überzeugung nach nicht zuletzt für die Entwicklungen der Jahre 1953-1956. Aus diesem Grunde fasse ich im letzten Kapitel meines Werkes die entscheidenden Ereignisse in drei Weltgegenden zusammen: 1) Dem von der Revolution versklavten Osteuropa. 2) Dem zionistischen Staat und dessen Nachbarländern im Nahen Osten. 3) Der „freien Welt“ des Westens. Diese Entwicklungen runden das in den vorhergehenden Kapiteln gewonnene Bild ab und werfen ein besonders grelles Licht auf die Ursachen der Katastrophe, auf welche die Welt zusteuert.

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•  Die Revolution

Nachdem Stalin im März 1953 gestorben war, wurde die von der Revolution unterjochte östliche Hälfte Europas von mehreren Volksaufständen erschüttert. Diese wurden von der Aussenwelt mit großer Genugtuung zur Kenntnis genommen; man hoffte darauf, dass sich die zerstörerische Revolution eines Tages selbst zerstören werde und die geknechteten Völker ihre Freiheit wiedererlangen würden.

Am 5. März 1953 erschütterte die Nachricht von Stalins Hinschied die Welt. Die Herrschaft dieses Mannes, der vermutlich für den Tod und die Versklavung einer größeren Zahl von Menschen verantwortlich war als jede andere geschichtliche Figur vor ihm, sollte also doch nicht ewig währen.[35] Die Umstände seines Ablebens liegen im Dunkeln, doch der zeitliche Rahmen, in den es fiel, ist von erheblichem Interesse.

Mitte Januar 1953 gaben die Moskauer Zeitungen bekannt, dass neun Männer unter der Anklage, die Ermordung von sieben hochgestellten kommunistischen Würdenträgern geplant zu haben, vor Gericht kommen würden. Sechs oder sieben von ihnen waren Juden. Nach den zwei oder drei Nichtjuden krähte kein Hahn, doch um der jüdischen Angeklagten willen entfachten die westlichen Medien einen ungeheuren Wirbel, und fortan sprach man nur noch vom „Prozess gegen die jüdischen Ärzte“.

Im Februar berichteten Diplomaten, die Stalin persönlich getroffen hatten, er sehe gut aus und hinterlasse den Eindruck eines gesunden Menschen. Doch am 5. März segnete der Kremlherrscher unerwartet das Zeitliche; einen Monat später wurden die „jüdischen Ärzte“ mit der Begründung, die Anklage gegen sie sei haltlos gewesen, auf freien Fuß gesetzt; der gefürchtete Geheimdienstchef Lawrenti Beria, der ihre Verhaftung angeordnet hatte, wurde festgenommen und später durch Erschießen hingerichtet. (Laut manchen Quellen erfolgte seine Hinrichtung im Juni, laut anderen im Dezember 1953.)

Nach Stalins Tod schrieb der namhafte amerikanische Moskau-Korrespondent Harrison Salisbury, Russland werde nun von einer Junta beherrscht, die aus Malenkow, Molotow, Bulganin und Kaganowitsch bestehe und „gefährlicher als Stalin“ sei. Laut Salisbury wies alles darauf hin, dass diese vier Männer Stalin aus dem Weg geräumt hatten, um sich den Weg zur Macht zu bahnen: „Wenn Stalins Tod durch einen am 2. März erfolgten Arterienriss in seinem Hirn hervorgerufen wurde, dann war dies einer der merkwürdigsten Zufälle der Weltgeschichte.“ Im Westen interessierten sich jedoch nur wenige für die Umstände, die zu Stalins Hinschied geführt hatten.

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Das Geschrei über den angeblichen „Antisemitismus“ im kommunistischen Herrschaftsbereich hatte zehn Wochen früher (kurz nach den amerikanischen Präsidentschaftswahlen) begonnen, nachdem bei einem Prozess in Prag elf von vierzehn Angeklagten, darunter sieben oder acht Juden, zum Tode verurteilt und am 3. Dezember 1952 gehängt worden waren. Zu den gegen sie erhobenen Anklagepunkten gehörte auch „zionistische Propaganda“. Wie in solchen Fällen üblich waren sie vollauf geständig gewesen. Für die drei oder vier hingerichteten Nichtjuden interessierte sich im Westen kein Mensch.

Die Zeit zwischen dem Prager Prozess und dem Sturz Berias stand ganz im Zeichen einer hysterischen Kampagne gegen den „Antisemitismus in Russland“, die erst nach der Freilassung der „jüdischen Ärzte“ abflaute. Während jener Zeit wurden Dinge gesagt, die darauf hindeuteten, dass ein künftiger Krieg gegen die Sowjetunion und ihre Zwangsverbündeten im Namen der Juden geführt werden würde, so wie der Krieg gegen das nationalsozialistische Deutschland im Namen der Juden (bzw. jener, die für die Juden zu sprechen vorgaben) geführt worden war. Im Jahre 1953 galt Sowjetrussland als das neue antisemitische Monstrum wie Deutschland anno 1939 und das zaristische Russland Anno 1914. Ein weiteres Mal wurde den Völkern Sand in die Augen gestreut um zu verhindern, dass sie das Spiel durchschauten.

Der Zeitpunkt, zu dem diese Kampagne einsetzte, war sorgfältig gewählt; die Fakten sprechen eine so deutliche Sprache, dass keine Rede von einem „Zufall“ sein kann. Damit die zionistischen Organisationen ihren Einfluss voll entfalten können, muss vor jeder amerikanischen Präsidentschaftswahl die „jüdische Frage“ aufs Tapet gebracht werden. Entweder erhebt der „Antisemitismus“ wieder einmal irgendwo bedrohlich sein Haupt (so geschehen in den Jahren 1912, 1932, 1936, 1940 und 1952), oder der Staat Israel schwebt in höchster Gefahr (wie 1948 und 1956). 1960 wird es vermutlich nicht anders sein.

An der Situation der Juden in Russland und im Ostblock hatte sich während der kritischen Periode übrigens nichts geändert.[37] Beim Prager Schauprozess vom November 1952 sowie bei dem angekündigten, doch dann abgeblasenen Moskauer „Ärzteprozess“ waren die meisten Angeklagten Juden, doch darf man nicht vergessen, dass in den fünfunddreißig Jahren kommunistischer Herrschaft so viele Prozessfarcen dieser Art stattgefunden hatten, dass die Welt an dergleichen Schauspiele bereits gewöhnt war. Da der terroristische Sowjetstaat seine Bürger auch ohne Gerichtsverfahren hinter Gitter bringen konnte, verfolgten die Schauprozesse offensichtlich einen spezifischen Zweck und waren entweder für die Sowjetbevölkerung selbst oder für das Ausland gedacht. Selbst der Anklagepunkt der „zionistischen Verschwörung“ war keinesfalls neu; er war schon in den zwanziger Jahren bei einigen Prozessen erhoben worden, denn in kommunistischen Staaten war der Zionismus offiziell geächtet, wie sowohl Lenin als auch Stalin ausdrücklich betont hatten. Dies hat die UdSSR freilich nicht daran gehindert, die Zionisten 1948 massiv mit Waffen zu beliefern, damit sie ihren Staat „Israel“ gründen konnten.

Falls Stalin bei seinem Kampf gegen den „Zionismus“ die Grenzen des Erlaubten überschritten hat, dürfte sein baldiger Tod die Folge dieser Häresie gewesen sein. Dass er bis zuletzt keinesfalls antijüdisch gesinnt war, lässt sich ohne weiteres nachweisen. 1952 erhielt der Apostel der talmudistischen Rache, Ilja Ehrenburg, der die Rotarmisten während des Krieges in seinen Rundfunkansprachen ermahnt hatte, nicht einmal die ungeborenen „Faschisten“ zu verschonen, den Stalin-Friedenspreis.

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Im Februar 1953 ordnete Stalin ein pompöses Staatsbegräbnis für Lew Mechlis an, einen der gefürchtetsten und meistgehassten jüdischen Kommissare der fünfunddreißigjährigen sowjetischen Geschichte. Sämtliche damals noch lebenden Größen der bolschewistischen Revolution gaben Mechlis das letzte Geleit; sie trugen seinen Sarg und hielten anschließend daran die Ehrenwache – eine unmissverständliche Warnung an die geknechteten russischen Massen, denen hiermit klar gemacht wurde, dass das Gesetz gegen „Antisemitismus“ auch weiterhin in Kraft war. Unmittelbar vor seinem Hinschied ließ der Diktator in der Militärzeitschrift Roter Stern einen Artikel publizieren, in dem klipp und klar festgehalten wurde, dass der Kampf gegen den Zionismus keineswegs mit dem Antisemitismus identisch sei. „Der Zionismus“, schrieb das Organ der Roten Armee, „ist der Feind der arbeiteten Menschen überall auf der Welt, der Juden nicht weniger als der Nichtjuden“.

Somit ging es der kleinen jüdischen Minderheit in Russland weder schlechter noch besser als zuvor. Sie genoss nach wie vor „ein höheres Maß an Gleichheit als in jedem anderen Teil der Welt“ (so die spöttische Antwort eines jüdischen Zeugen an den republikanischen Kongressabgeordneten Kit Clardy, der vor einem Kongressausschuss gefragt hatte: „Erfüllt das, was Sowjetrussland den Juden antut, Sie denn nicht mit Entsetzen?“ Die Sowjetjuden bilden immer noch eine privilegierte Klasse.

Angesichts dieser nackten Fakten ist der einzige mögliche Schluss, dass die Hysterie im Westen künstlich geschürt wurde und bar jeder realen Grundlage war. Dies änderte freilich nichts daran, dass sie bisweilen in regelrechte Kriegsdrohungen ausartete; hätte Stalin nicht rechtzeitig das Zeitliche gesegnet, und wären die jüdischen Ärzte nicht freigelassen worden (ob auch die nichtjüdischen auf freien Fuß gesetzt wurden, habe ich nie herausfinden können), wäre es vielleicht tatsächlich zum Krieg gekommen. Hierfür konnte es nur einen einzigen Grund geben: Stalin hatte den Zionismus angegriffen, und für die westlichen Spitzenpolitiker war Antizionismus in den Jahren 1952 und 1953 ein Synonym für „Hitlerismus“ und somit ein hinreichender Kriegsgrund. Die Episode stellte sehr anschaulich unter Beweis, dass eine orchestrierte Propagandakampagne durch einen Druck auf einen Knopf ausgelöst und in jede beliebige Richtung gelenkt werden kann (früher oder später kann sie sich auch gegen Amerika richten). Wenn diese Propaganda bis zur Weißglut getrieben worden ist, ist die Zeit reif, um den Politikern „Versprechen“ und „Gelöbnisse“ abzunötigen, an die man sie dann später erinnern wird.

In den rund sechs Monaten, die zwischen der Nominierung eines künftigen Präsidenten zum Kandidaten seiner Partei und seiner Amtseinweihung verstreichen, zwingt man ihm unweigerlich solche Versprechen ab. Dies galt 1952/53 für Eisenhower ebenso wie 1912/13 für Wilson, 1938/39 für Roosevelt und 1947/48 für Truman. Im Falle Eisenhowers war diese gesamte Periode von der „jüdischen Frage“ dominiert, die sich in zweierlei Gestalt äußerte: Dem Kampf gegen den „Antisemitismus“ innerhalb und außerhalb der USA sowie der gebieterisch verlangten Unterstützung für den zionistischen Staat im Nahen Osten. Unmittelbar nach seiner Nominierung zum republikanischen Präsidentschaftskandidaten beteuerte Eisenhower gegenüber Maxwell Abbell, dem Vorsitzenden der Vereinigten Synagoge von Amerika: „Das jüdische Volk könnte keinen besseren Freund haben als mich… Ich wuchs in der Überzeugung auf, dass die Juden das auserwählte Volk sind und uns die hohen ethischen und moralischen Prinzipien unserer Zivilisation geschenkt haben“ (so alle jüdischen Zeitungen im September 1952). [38]

Solche Treuebekenntnisse werden in unserem Jahrhundert von jedem westlichen Spitzenpolitiker verlangt, und jene, an die sie gerichtet sind, interpretieren sie äußerst großzügig. Unmittelbar nach den amerikanischen Präsidentschaftswahlen

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fand der Prager Prozess statt, und dem Wahlsieger Eisenhower wurde offenbar gehörig eingeheizt, damit er sich im gewünschten Sinne äußerte. Am 21. Dezember 1952 schrieb er in einer Botschaft an das Jewish Labor Committee in Manhattan, der Prozess in Prag verfolge das Ziel, „in ganz Sowjetrussland sowie den Satellitenstaaten in Osteuropa eine rabiate antisemitische Kampagne auszulösen“. Für ihn, fuhr Eisenhower fort, sei es eine Ehre, sich an die Seite des amerikanischen Judentums zu stellen, „um der Welt die Empörung zu demonstrieren, die ganz Amerika angesichts der schandbaren Verstöße der Sowjets gegen die geheiligten Prinzipien unserer Zivilisation empfindet“.

Die „schandbaren Verstöße der Sowjets gegen die geheiligten Prinzipien unserer Zivilisation“ bestanden in diesem Fall darin, dass elf Männer - sieben oder acht Juden sowie drei oder vier Nichtjuden - gehängt worden waren. Die Millionen von Opfern, welche das Sowjetsystem in seiner fünfunddreißigjährigen Geschichte gefordert hatte, würdigte der US-Präsident keiner Erwähnung; ihr Schicksal gehörte offenbar nicht zu den „schandbaren Verstößen gegen die geheiligten Prinzipien unserer Zivilisation“. In der kommunistischen Welt hatten unzählige andere Schauprozesse stattgefunden, zu denen sich der jeweilige amerikanische Präsident mit keinem Wort geäußert hatte. Bezeichnenderweise blieb die „rabiate antisemitische Kampagne in ganz Sowjetrussland sowie den Satellitenstaaten“, die der Prager Prozess laut Eisenhower auslösen sollte, völlig aus. Diese Formulierung zielte übrigens darauf ab, die vom Kommunismus unterworfenen Nationen als „antisemitisch“ anzuschwärzen; Eisenhower hatte sie ja als „Satelliten“ bezeichnet, und laut Webster's Dictionary ist ein Satellit „ein Gehilfe, der einem Prinz oder einer anderen mächtigen Person zur Verfügung gestellt worden ist, d.h. ein gehorsamer Untergebener oder Gefolgsmann“. Bedenkt man, dass Eisenhower als Oberkommandant der anglo-amerikanischen Streitkräfte ein Abkommen mit dem sowjetischen Diktator unterzeichnet hatte, das die Nationen Osteuropas der Knechtschaft überantwortete, so wirkte seine Formulierung gelinde gesagt befremdlich. Sie spiegelte die Haltung jener Kreise wider, die in der Lage waren, auf alle amerikanischen Staatsoberhäupter und Regierungen Druck auszuüben. Diesen Kreisen bereitete die Versklavung von Millionen Menschen keine schlaflosen Nächte, im Gegenteil: Sie setzten ihre Macht ein, um dafür zu sorgen, dass sich östlich des Eisernen Vorhangs möglichst nichts änderte.

Hiervon legten zwei der ersten Handlungen des neuen Präsidenten beredtes Zeugnis ab. Während der Wahlkampagne hatte er die Abneigung der amerikanischen Öffentlichkeit gegen die Abkommen von Jalta auszuschlachten versucht, indem er gelobte, diese im Falle seiner Wahl zu kündigen. (Wie erinnerlich bildeten diese Abkommen die politische Grundlage für den von ihm als Oberkommandanten der westalliierten Streitkräfte erteilten Befehl, westlich von Berlin haltzumachen und dem Kommunismus hiermit die östliche Hälfte Europas auf dem Silvertablett zu servieren). Im Wahlkampf kündigte er für den Fall seines Sieges folgendes an:

„Die Regierung der Vereinigten Staaten wird sich unter republikanischer Führung von allen Verpflichtungen lossagen, die sie in Form geheimer Abkommen wie dem von Jalta eingegangenen ist, welche der kommunistischen Sklaverei Vorschub leisten.“ Einen Monat nach seinem Amtsantritt, am 20. Februar 1953, legte der frischgebackene Präsident dem Kongress eine Resolution vor, in dem er ihn aufforderte, gemeinsam mit ihm „jede Interpretation oder Auslegung… geheimer Abkommen zu verwerfen, die zur Unterjochung freier Völker missbraucht worden sind“. Diese „freien Völker“ hatte er zuvor als „Satelliten“ bezeichnet. Da diese Resolution die Abkommen von Jalta nicht einmal erwähnte, geschweige denn ihre Kündigung forderte, zeigte sich die Republikanische Partei darüber enttäuscht, und sie wurde stillschweigend unter den Tisch gekehrt.

Als Ersatz forderte Eisenhower den Kongress auf, eine Resolution zu verabschieden, in der „die hasserfüllte und unmenschliche Kampagne gegen die Juden“ im sowjetischen Machtbereich gegeißelt wurde. An die Stelle der „Versklavten“ waren also die „Juden“ getreten – eine symbolträchtige „Verbesserung“, die Bände über die Machtverhältnisse in der „freien Welt“ spricht. Immerhin gelang es dem Außenministerium, die Resolution dahingehend abzuändern, dass neben den „Juden“ auch „andere Minderheiten“ als Opfer erwähnt wurden. Laut heutigen jüdischen „Schätzungen“ leben hinter dem Eisernen Vorhang nicht mehr als zweieinhalb Millionen Juden,

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während die Gesamtzahl der unter sowjetischer Herrschaft schmachtenden Menschen bei 300 bis 350 Millionen liegt. Nationen wie die Polen, die Ungarn, die Bulgaren und die Ukrainer, von kleineren Völkerschaften oder den Russen selbst ganz zu schweigen, wurden also kurzerhand zu „anderen Minderheiten“ degradiert! Die „verbesserte“ Version der Resolution wurde am 27. Februar 1953 vom amerikanischen Senat einstimmig verabschiedet; obwohl dies ansonsten nicht üblich ist, musste sich jeder Senator bei der Stimmabgabe erheben (so wie es während des Krieges auf Außenminister Anthony Edens Verlangen im britischen Unterhaus der Fall gewesen war). Ein paar Senatoren, die die Abstimmung verpasst hatten, ersuchten sofort in schriftlicher Form darum, dass ihre Namen auf die Liste der Ja-Sager gesetzt wurden. Hätten die Polen und die Ungarn von diesen beiden Resolutionen sowie ihrer Vorgeschichte erfahren, so hätten sie keine trügerischen Hoffnungen auf amerikanische Hilfe gehegt, als sie sich 1956 gegen die kommunistischen Terrorregime erhoben.

Mit seinen Worten und Taten sorgte Eisenhower dafür, dass die Hysterie ins Uferlose wuchs. Zu den Feierlichkeiten anlässlich seines Amtsantritts wurde unter anderem Rabbiner Hillel Silver eingeladen, der - wie vor ihm Richter Brandeis und Rabbiner Stephen Wise - zu den mächtigsten amerikanischen Zionistenführern zählte und Eisenhower während des Wahlkampfes gegen den vom damals noch amtierenden Präsidenten Truman erhobenen Vorwurf des „Antisemitismus“ verteidigt hatte (unliebsame Kandidaten als „Antisemiten“ anzuschwärzen ist mittlerweile ein fester Bestandteil amerikanischer Wahlkampagnen). Bei Eisenhowers Amtsantritt betete Rabbiner Silver um „Gnade und Führung“ für den frischgebackenen Präsidenten. Man darf also davon ausgehen, dass er keine private Meinung von sich gab, als er warnend verkündete, falls Russland zerstört werde, dann „im Namen der Juden“, und Russland seine „Vernichtung“ in Aussicht stellte, falls es „einen geistigen Pakt mit dem Hitlerismus“ abschließe. Schon bald darauf wurde es Brauch, jeden Politiker, dem die Zionisten seine „Vernichtung“ androhten, als „neuen Hitler“ zu etikettieren (ein prägnantes Beispiel hierfür war der ägyptische Präsident Nasser).

Die unausgesprochene Warnung war und ist stets dieselbe: Verfolgt Menschen, wenn ihr wollt, aber wenn ihr euch gegen die Juden wendet, winkt euch die Vernichtung. Der Republikaner Thomas E. Dewey, der zweimal erfolglos für die Präsidentschaft kandidiert und 1952 maßgeblich zur Nominierung Eisenhowers beigetragen hatte, fuhr bei derselben Veranstaltung (am 15. Januar 1953) mit noch gröberem Geschütz auf als Rabbiner Silver: „Nun begreifen alle, dass er [der „Antisemitismus“ in Russland] das jüngste und grauenvollste sämtlicher je ersonnenen Völkermordprogramme ist… Der Zionismus als solcher gilt heutzutage als Verbrechen, und allein schon die Tatsache, dass jemand als Jude geboren wurde, reicht, um ihn an den Galgen zu bringen. Stalin hat den letzten Tropfen von Hitlers Gift geschluckt und sich zum jüngsten und unbarmherzigsten Verfolger des Judentums entwickelt… Anscheinend ist Stalin bereit, vor der ganzen Welt zuzugeben, dass er gerne für Hitler vollenden möchte, was Hitler zu Lebzeiten nicht geschafft hat.“

Die Maßlosigkeit dieser Kampagne versetzt im Nachhinein selbst den erfahrensten Beobachter in Erstaunen. Beispielsweise bekam ich im Sommer 1953 zufällig eine Ausgabe der Montreal Gazette zu Gesicht, in der es hieß, in Ostdeutschland würden „Tausende von Juden ermordet“. Drei Jahre zuvor, am 7. Juli 1950, hatte der in Johannesburg erscheinende Zionist Record geschrieben, die gesamte jüdische Bevölkerung der DDR betrage 4.200, und die ostdeutschen Juden würden bei der Vergabe von Staatsstellen bevorzugt behandelt…

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Der neue Präsident machte den Zionisten immer weitreichendere Versprechen. In dem bereits erwähnten Schreiben an das Jewish Labour Commitee (dessen Text mir nicht vollumfänglich zur Verfügung steht; ich kenne lediglich den in der New York Times abgedruckten Teil) versicherte er, Amerika werde „stets wachsam gegenüber einem Wiederaufleben des Antisemitismus“ sein. Als das Komitee in Atlanta City seinen Kongress abhielt, waren die jüdischen Ärzte bereits auf freien Fuß gesetzt worden, und der Lärm war gerade am Abflauen, so dass das Komitee nicht mehr sonderlich erpicht auf die Publikation des Briefes war und ihn an seinen Absender zurückschickte. Doch Eisenhower beharrte auf seiner Veröffentlichung und stellte ihn dem Komitee ein zweites Mal zu, gemeinsam mit einer scharf formulierten Note, in der er den „sowjetischen Antisemitismus“ aufs Entschiedenste verurteilte.

In einer Welt, wo die Propaganda die Realitäten übertünchte, wurden die Massen der westlichen Länder von ihren Führern verkauft und verraten. Wer weiß, was ihnen bevorgestanden hätte, wäre Stalin nicht rechtzeitig gestorben und wären die jüdischen Ärzte nicht freigelassen worden. Die Kampagne wäre noch hysterischer geworden – mit unübersehbaren Folgen.

Doch Stalin starb, und das Gezeter über den „sowjetischen Antisemitismus“ ebbte auf beiden Seiten des Atlantik ab, nachdem es zuvor beispiellose Ausmaße erreicht hatte: Der „neue Hitler“ hatte „das grauenvollste aller je ersonnenen Völkermordprogramme“ ausgeheckt, in der DDR, wo es nach jüdischen Statistiken nur wenig über 4.000 Juden gab, waren „Tausende“ davon ermordet worden; schon bald wären aus diesen „Tausenden“ wohl „Millionen“ geworden – eine Million, zwei Millionen, sechs Millionen! Die unbarmherzige Gewaltherrschaft, die Lenin und Stalin während dreieinhalb Jahrzehnten ausgeübt hatten - mit dem Ergebnis, dass die UdSSR mit den Massengräbern der Opfer übersät war-, wäre von den Propagandaspezialisten zu einer „antijüdischen Verfolgung“ umgelogen worden. Dies geschah insofern tatsächlich, als die von Eisenhower in Aussicht gestellte Kündigung der Abkommen von Jalta und sein Versprechen, unter seiner Regierung werde Amerika die Versklavung Osteuropas nicht länger anerkennen, sich als leere Worte erwiesen und er dem Kongress als Ersatz eine Resolution vorlegte, in der die „brutale und unmenschliche Behandlung der Juden“ gebrandmarkt wurde – und dies, obwohl der kommunistische Terror in mehreren osteuropäischen Ländern von Juden dirigiert wurde! Um der angeblichen Judenverfolgung östlich des Eisernen Vorhangs Einhalt zu gebieten, wäre die Jugend der westlichen Staaten um ein Haar ein weiteres Mal in einen Krieg geschickt worden, und man hätte ihnen weisgemacht, ihre Aufgabe bestehe in der „Vernichtung des Kommunismus“.

Stalins Tod schob dieser Entwicklung einen Riegel vor, doch unter seinen prozionistischen Führern steuerte der Westen schon bald auf das nächste Fiasko zu. Seit dem Beginn des Kalten Krieges waren die westlichen Völker von den Regierenden darauf vorbereitet worden, dass sie früher oder später nicht darum herumkommen würden, den Kommunismus mit Waffengewalt zu vernichten, um den Verrat von 1945 gutzumachen. Wie ernst dies gemeint war, erwies sich zuerst 1953 und dann 1956. Damals versuchten geknechtete Völker, das kommunistische Joch aus eigener Kraft abzuschütteln. Sie mochten nicht länger warten, bis der amerikanische Präsident, der sie 1945 der sowjetischen Herrschaft überantwortet hatte, sein Versprechen wahrmachte und sie befreite. Dabei schlugen sie die Mahnungen aus Washington, sich jeder Gewaltanwendung zu enthalten, in den Wind.[39] Stalins Ableben scheint diese Völker von einer lähmenden Furcht

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befreit und ihnen den Mut zum Handeln zurückgegeben zu haben. Für den Verfasser des vorliegenden Buches kamen die damaligen Ereignisse völlig unerwartet. Aufgrund meiner persönlichen Beobachtungen und meiner langjährigen Erfahrung hielt ich einen Aufstand gegen eine mit Panzern und Maschinengewehren ausgerüstete Besatzungsmacht sowie gegen ein Unterdrückerregime, das über ein breites Register von Einschüchterungsmethoden verfügte (Verhaftung, Inhaftierung, Deportation oder Hinrichtung ohne formelle Anklage und ohne regulären Prozess), für ein Ding der Unmöglichkeit. Seit den Revolutionen in England, Frankreich und Russland waren die Techniken der Repression dermaßen perfektioniert worden, dass meiner Überzeugung nach einzig Hilfe von außen den Völkern Osteuropas die Freiheit bringen konnte. Doch ich hatte vergessen, wie unbeugsam der menschliche Geist sein kann.

Die erste Revolte ereignete sich am 17. Juni 1953 in Ostberlin; unbewaffnete Männer und Jugendlichen griffen sowjetische Panzer mit bloßen Händen und mit Steinen an. Der Aufstand wurde niedergeschlagen, und die neue Justizministerin der DDR, „die gefürchtete Frau Hilde Benjamin“ (The Times, 17. Juli 1953), erwarb zweifelhaften Ruhm, indem sie zahlreiche Todesurteile fällen ließ. Unter den zum Tode Verurteilten befand sich ein Halbwüchsiger, der antikommunistische Flugblätter verteilt hatte. Auch die Sekte der Zeugen Jehovas, der Eisenhowers Eltern angehört hatte und in deren Lehren er erzogen worden war, wurde zur Zielscheibe schwerer Verfolgungen. Hilde Benjamin wurde in New Yorker Zeitungen als „Jüdin“ bezeichnet; meinen Recherchen zufolge war sie zwar mit einem Juden verheiratet, jedoch selbst nicht jüdischer Abstammung.

Die Nachricht von den Geschehnissen in der sowjetischen Besatzungszone Deutschland verbreitete sich auch in der UdSSR. In dem am Polarkreis gelegenen Zwangsarbeitslagerkomplex Workuta begannen die Häftlinge am 30. Juni 1953 aktiven Widerstand zu leisten; viele Wächter ergriffen die Flucht. Nach gescheiterten Verhandlungen mit den Aufständischen, die eine Amnestie forderten, schickte Moskau Truppen, welche die Rebellen Anfang August mit ihren Maschinengewehren niedermähten; die Zahl der Toten ging in die Hunderte.

Als diese beiden Aufstände ausbrachen, war das Gejammer über den sowjetischen „Antisemitismus“ noch nicht ganz abgeflaut. Von den Leiden der nichtjüdischen Völkerschaften des Sowjetreichs, die zahlenmäßig rund hundertmal stärker waren als die Juden, machte niemand viel Aufhebens; kein Mensch drohte der UdSSR um ihretwillen mit Krieg und „Vernichtung“. Die westlichen Politiker und Medien hielten es sogar für richtig, die unterdrückten Völker zur „Zurückhaltung“ zu mahnen und auf Hilfe aus den USA zu vertrösten, jenem Land also, das sie 1945 im Stich gelassen hatte. Mit welchen Mitteln die Amerikaner diese Nationen zu befreien gedachten, blieb allerdings ein Rätsel.

Die Sehnsucht der Völker nach Freiheit ließ sich jedoch nicht unterdrücken, und etwas über drei Jahre nach den Revolten von Ostberlin und Workuta, im Oktober 1956, begann in Polen und Ungarn das nächste Kapitel. In Polen brach ein spontaner Volksaufstand aus; durch das polnische Vorbild ermutigt, unternahmen die Ungarn bald darauf eine Aktion, die in der Geschichte kaum ihresgleichen hat – einen nationalen Befreiungskrieg eines ganzen Volkes gegen die überwältigende Macht seiner Unterdrücker. Meiner Ansicht nach wird die Zeit zeigen, dass jene dramatischen Geschehnisse entweder die Wiedergeburt des Abendlandes und den Wiederaufstieg Europas markierten oder aber das Ende jenes Europas, das die Menschheit in den vergangenen tausend Jahren kennengelernt hat, und somit auch das Ende all jener Werte, für die das Abendland einst stand.

Was auch immer die Zukunft bringen mag, ein Ergebnis haben die Aufstände vom Herbst 1956

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– insbesondere der ungarische – gezeitigt: Nie wieder würde die Revolution behaupten können, sie werde von den ihrer Herrschaft unterworfenen Völker zumindest passiv akzeptiert. Durch ihr Handeln zeigten letztere, dass sie unter dem Kommunismus „nichts zu verlieren hatten als ihre Ketten“, wie es Karl Marx weiland formuliert hatte, und dass sie den Tod der Knechtschaft vorzogen.

Die Gründe für die Volkserhebung waren in Polen und in Ungarn ein und dieselben. Beide Nationen forderten Freiheit; sie verlangten den Abzug der Roten Armee, die Auflösung der Geheimpolizei, die Bestrafung der Schuldigen, die Wiederherstellung der Religionsfreiheit - wobei die Freilassung der inhaftierten Kirchenführer, Kardinal Wyszynski in Polen sowie Kardinal Mindszenty in Ungarn, den ersten Schritt bilden sollte -, die Abschaffung des Einparteiensystems und schließlich freie Wahlen.

Somit waren die Fronten von Anfang an klar abgesteckt. In Gestalt einer kleinen osteuropäischen Nation erlebte das Abendland seine Wiederauferstehung und erhob sich gegen die asiatische Despotie. Gott oder Gottlosigkeit, Freiheit oder Sklaverei, Menschenwürde oder Entwürdigung – das waren die Alternativen, die damals zur Wahl standen. Der Aufstand scheiterte, weil die westlichen Staaten sich zwar verbal mit den ungarischen Freiheitskämpfern solidarisierten, ihnen jedoch keine greifbare Hilfe gewährten und die ungarische Nation somit nach 1945 zum zweiten Mal im Regen stehen ließen.

Ein Schlüsselelement bei den Volkserhebungen in Polen und Ungarn war die „jüdische Frage“. Über die Rolle, welche die Juden in beiden Länder gespielt haben, kann kein Zweifel bestehen – allzu offensichtlich sind die Fakten, auch wenn alles Menschenmögliche getan wurde, um die Massen Amerikas und Englands darüber in Unkenntnis zu halten, so wie man sie einst in Unkenntnis über die Hintergründe der bolschewistischen Revolution in Russland hielt.

Im Sommer 1956 erschien in der New York Times ein Artikel von C. L. Sulzberger, der wieder einmal die alte Leier vom „Antisemitismus hinter dem Eisernen Vorhang“ anstimmte. Als Beispiel für diesen „Antisemitismus“ nannte Sulzberger die Entlassung des verhassten polnischen Staatssicherheitschefs Jakub Berman, der in Warschau als Statthalter Moskaus gewaltet hatte.

Sulzbergers Artikel vermittelt Aufschluss über ein Geheimnis, in das die breiten Massen des Westens niemals eingeweiht werden sollen. Der erste, der dies versuchte, war der Times -Korrespondent Robert Wilton, der bei der Redaktion seiner Zeitung in Ungnade fiel, weil er 1917 und 1918 versucht hatte, deren Leser über das wahre Wesen der Oktoberrevolution aufzuklären. Wilton war der erste einer ganzen Reihe von Korrespondenten, die im Verlauf der folgenden neun Jahre gefeuert wurden, weil sie die dominierende Rolle der Juden unter den kommunistischen Revolutionären zur Sprache gebracht hatten. Das russische Volk – und später die anderen dem Kommunismus überantworteten Nationen – konnte sich nicht gegen die rote Tyrannei erheben, ohne des „Antisemitismus“ bezichtigt zu werden, denn der Terror war stets jüdisch-talmudistischer und nicht russischer Natur.

Hieran hat sich seit der kommunistischen Machtergreifung in Russland bis heute nichts geändert, und jeder seriöse Historiker, der die Entwicklungen unseres Jahrhunderts analysiert, muss diesen nackten Tatsachen Rechnung tragen. Auch die kurzlebigen marxistischen Regime, die im Windschatten der Oktoberrevolution

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in Ungarn und Bayern an die Macht gelangten, bestanden bis zu 90% aus Juden. (Bereits damals geisselte ein jüdischer Autor jeden, dem die Schreckensherrschaft in Ungarn missfiel, als „Antisemiten“.) Hier von einem „Zufall“ zu sprechen, fällt ausgesprochen schwer, und dass Moskau in den ihm 1945 abgetretenen Ländern jüdische Regime in den Sattel hob, lässt auch die letzten Zweifel schwinden: Hinter dem Ganzen steckte System.

Im Folgenden fasse ich einige aus unanfechtbarer Quelle stammende Informationen über die Zusammensetzung kommunistischer Regierungen in den Jahren 1952 und 1953 zusammen, jener Periode also, wo man Stalin den „neuen Hitler“ nannte und die Hetzer in New York und Washington Brandreden hielten, in denen sie „Russland“ seine „Vernichtung“ androhten, falls es weiterhin „antisemitische“ Politik betreibe.

Über die Verhältnisse in der Tschechoslowakei konnte man 1952 in der britischen Zeitschrift New Statesman Folgendes lesen: „Wie in anderen Staaten Ost- und Südosteuropas besteht sowohl die Parteiführung als auch die Spitze der Geheimpolizei weitgehend aus Juden. Deshalb neigt der Mann auf der Straße dazu, die Parteikader mit den Juden gleichzustellen und die ‚jüdischen Kommunisten' für all seine Schwierigkeiten verantwortlich zu machen.“

1953 berichtete die Zeitschrift Time, 90% der Spitzenfunktionäre in Ungarn – darunter der kommunistische Ministerpräsident Matyas Rakosi – seien Juden. Im selben Jahr vermeldete derNew York Herald Tribune, neben Ungarn habe Rumänien wohl den höchsten Anteil an Juden in der Regierung. In den betreffenden Artikeln, sowie vielen anderen, die ähnliche Informationen enthielten, wurde der „Antisemitismus in den Satellitenstaaten“ verurteilt. Zur selben Zeit schwadronierte US-Präsident Eisenhower bekanntlich von einer „rabiat antisemitischen Welle in den Satellitenstaaten Osteuropas“…

Die unterdrückten Völker konnten diese Kommentare aus Washington nur als unmissverständliche Warnung vor einer Rebellion deuten. Gleichzeitig stellte man ihnen ihre „Befreiung“ in Aussicht, und Die Stimme Amerikas sowie Radio Freies Europa quälten sie Tag und Nacht mit Schilderungen ihres Elends.

Vor diesem Hintergrund also sind die Volkserhebungen in Polen und Ungarn im Oktober 1956 zu sehen. Als Warnsignal waren ihnen Unruhen vorausgegangen, die im Juni desselben Jahres in Posen ausbrachen. Unmittelbar darauf publizierte die New York Times den bereits erwähnten Artikel über den „Antisemitismus hinter dem Eisernen Vorhang“, in dem sich Herr Sulzberger darüber aufregte, dass Jakub Berman seinen Posten verloren und der Oberbefehlshaber der polnischen Armee, Marschall Konstantin Rokossowski, „mehrere hundert jüdische Offiziere entlassen“ hatte. Im August erklärte einer der beiden stellvertretenden Ministerpräsidenten, Zenon Nowak (der zweite war der Jude Hilary Minc), die von der polnischen Presse geführte Kampagne für „Demokratisierung“ und „Liberalisierung“ werde durch ein ungebührliches Hochspielen des Sonderfalls der Juden verzerrt. Nach Ansicht der polnischen Bevölkerung, fuhr er fort, gebe es „in führenden Partei- und Regierungspositionen einen unverhältnismäßig großen Anteil an Juden“; um diese Aussage zu erhärten, verlas er eine Liste mit den Namen jüdischer Funktionäre in den verschiedenen Ministerien. Als Reaktion auf Nowaks Aussagen meldete sich ein Professor Kotarbinski zu Wort, der den stellvertretenden Ministerpräsidenten zwar kritisierte, jedoch einräumte,

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dass die Juden „in den Schlüsselpositionen fast schon die Mehrheit stellen und es nicht lassen können, bei der Vergabe lukrativer Posten ihre eigenen Leute bevorzugt zu behandeln“ (New York Times, 11. Oktober 1956).

Zum damaligen Zeitpunkt hatten die Polen elf Jahre lang unter sowjetischer Herrschaft und jüdischem Terror gelebt. Der damalige US-Botschafter in Warschau, Arthur Bliss Lane, hatte die Verhältnisse in den Jahren 1945-1947 wie folgt geschildert: „Die Angehörigen der amerikanischen Botschaft sind Zeugen zahlreicher Verhaftungen durch die Sicherheitspolizei geworden…. Dabei kamen Einschüchterungsmethoden wie Festnahmen mitten in der Nacht zur Anwendung, und der Verhaftete durfte meist nicht mit der Außenwelt in Verbindung treten – monatelang oder für immer… Selbst unsere jüdischen Quellen räumten ein, dass die Juden, die in der Regierung Schlüsselpositionen bekleiden, äußerst unbeliebt waren. Zu diesen Männern gehörten Minc, Berman, Olczewski, Radkiewicz und Spychalski… Unter der Miliz herrschte gegenüber den Juden eine sehr negative Einstellung, weil die von Radkiewicz beherrschte Sicherheitspolizei sowohl die Miliz als auch die Armee dominierte… Außerdem gab es sowohl bei der Sicherheitspolizei als auch bei der Polizei für innere Sicherheit viele Juden aus Russland.“

Erst nach elf Jahren lockerte sich die jüdische Kontrolle des Terrorapparats. Im Mai 1956 musste einer der beiden stellvertretenden Ministerpräsidenten, Jakub Berman (der laut der New York Times vom 21. Oktober 1956 „als Moskaus Mann Nummer eins in Polen“ galt), seinen Sessel räumen, und Anfang Oktober nahm Hilary Minc („der als Moskaus Mann Nummer zwei gilt“), ebenfalls seinen Hut. Bermans Nachfolger Nowak wurde gleich nach seinem Amtsantritt als „antisemitisch“ attackiert.

So bot sich die Lage in Polen am Vorabend der nationalen Erhebung vom 20. Oktober 1956 also dar. Wie Russland, Ungarn und Bayern in den Jahren 1917-1919 musste auch Polen, das zuvor nie unter einem kommunistischen Regime gelebt hatte, die Erfahrung machen, dass der Terror, mit dem sich die Roten an der Macht hielten, seinem Wesen nach jüdisch war. Jeglicher Versuch, die Gewaltherrschaft abzuschütteln, wurde in Amerika und England als „antisemitisch“ beargwöhnt. Wie in anderen Ländern stellte sich die „jüdische Frage“ somit auch in Polen in voller Schärfe.

Laut Berichten amerikanischer Rabbiner und Journalisten, die das Land in jenen Jahren besuchten, scheint die Lage jener Juden, die keine hohen Posten bekleideten, besser gewesen zu sein als jene der nichtjüdischen Bevölkerungsmehrheit. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass sich die Zahl der heute in Polen lebenden Juden laut jüdischen „Schätzungen“ auf 30.000 (New York Times, 13. Juli 1956) bis 50.000 (New York Times, 31. August 1956) beläuft. Folgt man den gängigen Nachschlagewerken, so hat Polen gegenwärtig rund 25 Millionen Einwohner. Sofern die eben zitierten Statistiken stimmen, stellen die Juden also nur den Bruchteil eines Prozents der polnischen Bevölkerung. In unserem Jahrhundert hat es noch nie eine dermaßen kleine Minderheit geschafft, „in Schlüsselpositionen fast schon die Mehrheit“ zu erringen und „ihre eigenen Leute bei der Vergabe lukrativer Posten bevorzugt zu behandeln“.

Noch aufschlussreicher war der Fall Ungarn, das 1945 seine zweite Erfahrung mit dem Kommunismus machte und dabei entdecken musste, dass der Terror nicht nur abermals jüdisch war, sondern von denselben Leuten ausgeübt wurde wie beim ersten Mal.

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Dass die sowjetische Besatzungsmacht Terroristen, die wegen ihrer sechsundzwanzig Jahre zuvor verübten Untaten beim ungarischen Volk bitter verhasst waren (Einzelheiten folgen später in diesem Kapitel), in den Sattel hob, ist der bisher stärkste Beweis für die Existenz einer Macht, die von Moskau aus die Revolution kontrolliert und ihren Greueln bewusst einen talmudistischen (und nicht russischen) Anstrich gibt.

Unter diesen Umständen – die man in der „freien Welt“ nicht begriff – begannen die Kräfte der nationalen Wiedergeburt an den Ketten zu zerren, die ihre Völker gefangen hielt. Am 19. Oktober 1956 wurde Wladislaw Gomulka, der unter dem Berman-Minc-Regime 1951 als „Abweichler“ verhaftet und 1954 freigelassen worden war, wieder ins Zentralkomitee der polnischen KP aufgenommen. Er galt als nationaler Hoffnungsträger, denn er war zwar Kommunist, aber Pole. Einen Tag darauf, am 20. Oktober, tat er etwas, was den Charakter unseres Jahrhunderts radikal hätte ändern können, hätte man im zweiten Zentrum der jüdischen Macht, Palästina, nicht beschlossen, die mögliche Befreiung Osteuropas zu sabotieren. Gomulka präsentierte der polnischen Nation eine regelrechte Unabhängigkeitserklärung; er prangerte die „Missherrschaft der letzten zwölf Jahre“ an, versprach freie Wahlen und erklärte, das polnische Volk werde sich „mit allen Mitteln wehren, damit wir nicht von dem Weg, der zur Demokratisierung führt, abgedrängt werden.“

Diese unerschrockenen Worte sprach Gomulka ungeachtet der Tatsache aus, dass der sowjetische Parteichef Nikita Chruschtschow persönlich nach Polen geflogen war, um die gefährliche Entwicklung im Keim zu ersticken. Sowohl Gomulka als auch der neue Parteichef Edward Ochab (laut Sulzberger ebenfalls ein „Antisemit“) boten Chruschtschow unerschrocken die Stirn. “Wenn ihr eure Truppen nicht sofort haltmachen lasst, verlassen wir diesen Saal und brechen sämtliche Kontakte ab“, soll Ochab gedroht haben. Die polnische Armee stand Gewehr bei Fuß, um ihre Heimat zu verteidigen, und Chruschtschow strich die Segel.

Der verhassteste Mann in Polen war damals Konstantin Rokossowski, ein gebürtiger Pole, der aber dreieinhalb Jahrzehnte lang in der UdSSR gelebt und es bei der Roten Armee bis zum Marschall gebracht hatte. Im Sommer 1944 befehligte er die auf Warschau marschierenden sowjetischen Truppen, ließ diese jedoch vor den Toren der Hauptstadt Halt machen, so dass die SS den Warschauer Aufstand blutig niederschlagen konnte. (Den New Yorker Journalisten gilt auch er als „Antisemit“, was für diese Leute wohl eine noch schlimmere Sünde ist als sein Verrat an den Freiheitskämpfern.) Chruschtschow ließ Rokossowski nach Moskau abberufen, und als Symbol für die Wiedergeburt des Landes wurde Kardinal Wyszynski, den das Berman-Minc-Regime 1953 hatte verhaften lassen, auf freien Fuß gesetzt.

Polen verfiel in einen Freudentaumel. Die Revolution hatte ihre erste große Niederlage erlitten; der Glaube hatte triumphiert (denn so wurde Wyszynskis Freilassung allgemein gedeutet), und ein von der Außenwelt im Stich gelassenes Land hatte aus eigener Kraft einen ersten, großen Schritt auf seine Befreiung hin unternommen.

Nun sprang der Funke auf Ungarn über. Die erstaunlichen Ereignisse in Polen gerieten über Nacht in Vergessenheit, denn was sich jetzt in Ungarn tat, war noch weitaus dramatischer. Es war, als wolle die Vorsehung die Freiheitskämpfer für ihren selbstlosen Mut belohnen, und das Ende der Tyrannei schien zum Greifen nahe.

Am 22. Oktober 1956, zwei Tage nach der faktischen Unabhängigkeitserklärung Polens, versammelten sich die Ungarn auf den Straßen, um die Wiedereinsetzung von Imre Nagy als Premierminister sowie den Abzug der sowjetischen Besatzungstruppen zu fordern.

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Kaum einer der Demonstranten ahnte zu diesem Zeitpunkt, dass eben eine nationale Erhebung begonnen hatte, die sich schon bald zu einem nationalen Befreiungskrieg entwickeln sollte.

Der verhassteste Mann in Ungarn war damals Erno Gerö, Chef der ungarischen KP und der dritte jüdische Terrorist, den Moskau als Verweser ins Land der Magyaren geschickt hatte. Den Anstoß zur Explosion gab also nicht nur der angestaute Zorn des Volkes über die Entwicklung von 1945 bis 1956, sondern auch die Erinnerung an den Terror von 1918 und 1919.

Wie Gomulka in Polen wurde Imre Nagy in Ungarn zum nationalen Hoffnungsträger. Er galt als „Nationalkommunist“, weil er kein Fremdstämmiger, sondern ein Magyare war, so wie Gomulka ein Pole war. Hätte er ungehindert walten können, so hätte er zweifellos Schritte eingeleitet, um die nationale Souveränität seines Landes sowie die bürgerlichen Freiheiten wiederherzustellen; anschließend hätte er seinen Platz vermutlich einem gewählten Nachfolger überlassen. Die Popularität, die er zur Zeit des Aufstandes genoss, ging vor allem darauf zurück, dass seine jüdischen Rivalen, Matyas Rakosi und Erno Gerö, ihn 1953 seines Amtes als Premierminister enthoben und 1955 aus der Kommunistischen Partei ausgeschlossen hatten.

Was das ungarische Volk wirklich wollte, ging aus den Forderungen und Entwicklungen der folgenden Tage klar hervor: Wie das polnische Volk verlangte es die Rückkehr zum nationalen Glauben, also dem Katholizismus (die Freilassung des von der gefürchteten Geheimpolizei eingekerkerten Bischof Mindszenty gehörte zu den ersten Maßnahmen der Widerstandskämpfer), die Befreiung der Nation durch den Abzug der sowjetischen Besatzer, die Auflösung der Geheimpolizei und die Bestrafung der Chefterroristen. Diese Forderungen wurden zunächst auf friedlichem Wege, mittels gewaltloser Kundgebungen, geäußert.

Eine sehr glaubwürdige Schilderung der Ereignisse hat kein anderer als der kommunistische Diktator Jugoslawiens, Josef Tito, geliefert. Am 15. November 1956 äußerte er sich in einer Rundfunkansprache wie folgt:

„Als wir in Moskau waren, erklärten wir, Rakosis Regime und Rakosi selbst seien nicht fähig, den ungarischen Staat zu leiten oder innerlich zu einigen… Leider glaubten uns die sowjetischen Genossen nicht… Als die ungarischen Kommunisten selbst Rakosis Rücktritt forderten, begriffen die sowjetischen Führer, dass es so nicht weitergehen konnte, und stimmten seiner Ablösung zu. Doch begingen sie den Fehler, ein Veto gegen die gleichzeitige Entlassung Gerös und anderer Rakosi-Anhänger einzulegen… Sie genehmigten die Ablösung Rakosis nur unter der Bedingung, dass Gerö seinen Posten behalten durfte… Dieser betrieb dieselbe Politik wie Rakosi und war genau so schuldig wie er. Er betitelte die Hunderttausenden von Demonstranten, die sich damals mit friedlichen Kundgebungen begnügten, als ‚Mob' (ein Augenzeuge bekundete, dass Gerö von ‚schmutzigen faschistischen Banditen' gesprochen und noch andere Ausdrücke verwendet hatte, die zu unanständig sind, als dass man sie wiederholen könnte). Dies brachte das Pulverfass zum Explodieren. Gerö wandte sich an die Armee. Es war ein Fehler, zu einem Zeitpunkt, wo die Demonstrationen immer noch im Gange waren, die Sowjetarmee zur Hilfe zu rufen… Das empörte die Menschen noch mehr, und es kam zu einer spontanen Revolte… Nagy rief das Volk zum bewaffneten Widestand gegen die Sowjets auf und bat die westlichen Länder zu intervenieren.“

Fassen wir zusammen: Auch nach der Wiederernennung Imre Nagys zum Premierminister behielt Gerö auf sowjetisches Verlangen seine Position als Parteichef bei. Seine unflätige Beschimpfung der Demonstranten führte dazu, dass die Kundgebungen gewalttätig wurden, worauf Gerö die Rote Armee aufforderte, die Ordnung wiederherzustellen.

Als die sowjetischen Panzer und Gerös Strolche von der Geheimpolizei am 24. Oktober auf dem Parlamentsplatz mit Demonstranten zusammenprallten, eröffneten sie das Feuer, mit dem Ergebnis, dass die Straßen mit Toten und Verwundeten übersät waren.

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Dies bildete den Auftakt zum eigentlichen Aufstand. Die ungarische Nation erhob sich geschlossen gegen die Sowjettruppen und die verhasste Geheimpolizei, und innerhalb weniger Tage erlitt die Revolution eine Niederlage, im Vergleich zu der ihre kürzliche Demütigung in Polen bloß ein geringfügiger Rückschlag gewesen war.

Für Kardinal Mindszenty öffneten sich die Gefängnistore. Imre Nagy gab dem verhassten Gerö den Laufpass, worauf sich letzterer gemeinsam mit Rakosi nach Moskau absetzte. Die Angehörigen der Geheimpolizei wurden von Jägern zu Gejagten, ihre Kasernen wurden gebrandschatzt. Stalins Statue wurde niedergerissen und in Stücke gehauen. Die ungarischen Soldaten beteiligten sich entweder aktiv am Aufstand oder bewahrten zumindest wohlwollende Neutralität; die (größtenteils aus Russen bestehenden) Sowjettruppen legten in vielen Fällen offene Sympathie für die Aufständischen an den Tag; viele ihrer Panzer wurden zerstört. Es war dies der hoffnungsvollste Augenblick der europäischen Geschichte seit 1917, doch in der Ferne schickte sich der Zionismus an, der Revolution aus der Klemme zu helfen, und schon nach wenigen Tagen war alles vorbei.

Auf die zweite Phase des ungarischen Volkskrieges werden wir später ausführlicher eingehen. Die vorhergehenden Anmerkungen, die dem Leser den historischen Hintergrund der Ereignisse in Erinnerung rufen, waren erforderlich, weil Ungarn den überzeugendsten Beweis für unsere These darstellt. Aus irgendwelchen Gründen war Moskau im Fall Ungarns ganz besonders entschlossen, die Juden vor aller Welt als Drahtzieher des Terrors erscheinen zu lassen, so dass das ungarische Drama anschaulicher denn jedes andere einen Beweis für die fortdauernde jüdisch-talmudistische Kontrolle der Revolution sowie deren Zentrale in Moskau liefert.

Das 1919 in Ungarn an die Macht gekommene kommunistische Regime, das nach einer kurzen, mitleidlosen Terrorherrschaft vom magyarischen Volk ohne Hilfe von außen gestürzt wurde, war seinem Wesen nach jüdisch; dass ihm auch ein paar Nichtjuden angehörten, vermochte an dieser Tatsache nichts zu ändern. Geführt wurde es von vier Juden – Bela Kun, Matyas Rakosi, Tibor Szamuely und Ernst Gerö-, als deren willige Helfer eine Kohorte von Glaubensgenossen in Erscheinung trat.

Im November 1945 fanden in Ungarn freie Wahlen statt, mit dem zu erwartenden Ergebnis: Die Partei der Kleinbesitzer errang einen überwältigenden Sieg, während die Kommunisten ungeachtet der sowjetischen Truppenpräsenz schwach abschnitten.

Von den vier jüdisch-kommiunistischen Führern des Jahres 1919 waren mittlerweile noch zwei am Leben, Rakosi und Gerö, die aus ihrem sowjetischen Exil nach Ungarn zurückgekehrt waren. (Szamuely war 1919 durch Selbstmord aus dem Leben geschieden, Kun 1939 bei einer sowjetischen Säuberung erschossen worden, doch 1956 wurde er beim Zwanzigsten Parteikongress in Moskau feierlich rehabilitiert – vermutlich ein Wink mit dem Zaunpfahl an die Adresse des ungarischen Volkes.)

Mit Hilfe der terroristischen Geheimpolizei sowie der Roten Armee liquidierten Rakosi und Gerö die Oppositonsparteien; fünf ihnen missliebige Spitzenpolitiker, darunter der bekannte Kommunist Laszlo Rajk, wurden 1949 unter der traditionellen Anklage der „Verschwörung mit den imperialistischen Mächten“ zum Tode verurteilt und gehängt. (Die „imperialistischen Mächte“ ließ dieser Vorwurf kalt, während sie auf die Anklage einer „zionistischen Verschwörung“ 1952 höchst erbost reagierten.) Wie in solchen Fällen üblich legten die Verurteilten vor ihrer Hinrichtung ein umfassendes Schuldbekenntnis ab. Zu jenem Zeitpunkt war Ungarn bereits vollständig sowjetisiert und schmachtete unter einer wahren Schreckensherrschaft. Geleitet wurde der Terror von Gerö:

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Er orchestrierte die Prozesse und ließ den ungarischen religiösen Führer Kardinal Mindszenty verhaften (vor seiner Festnahme hatte dieser die Nation davor gewarnt, irgendwelchen Geständnissen, die er in Haft ablegte, Glauben zu schenken.)

Der ausgeprägt antichristliche Charakter der kommunistisch-jüdischen Herrschaft spiegelte sich in der Behandlung wider, die dem Kardinal in Gefangenschaft zuteil wurde und die er nach seiner Befreiung geschildert hat. (Seine Aussagen wurden im Dezember 1956 in zahlreichen Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht.) In der Periode, die zwischen seiner Festnahme und seinem Prozess verstrich, wurde er neunundzwanzig Tage lang gefoltert; er musste sich nackt ausziehen, wurde Tag für Tag mit einem Schlauch geprügelt, in eine kalte und feuchte Zelle gesperrt, was seiner ohnehin schwachen Lunge stark zusetzte, musste obszönen Akten zusehen und wurde zwischen seinen Verhören mit Schlafentzug gequält.

Während mehrerer Jahre unterstand Ungarn der Diktatur zweier Juden, die es – zusammen mit ihren Volksgenossen – bereits 1919 gekreuzigt hatten, und die Regierungsspitze wurde „zu 90% jüdisch“. Im Juli 1953 trat Rakosi als Premierminister zurück, worauf The Times Folgendes berichtete: „Gerö ist der einzige noch im Kabinett verbliebene Jude; unter Rakosi hatte dieses vorwiegend aus Juden bestanden.“ Doch da Rakosi den Posten des Parteivorsitzenden beibehielt und Gerö stellvertretender Ministerpräsident war, änderte sich nicht viel, und als Rakosi im Juli 1956 auch als Parteivorsitzender zurücktreten musste, war sein Nachfolger kein anderer als Gerö – mit den zuvor beschriebenen Folgen.

Kehren wir zu den Ereignissen des Oktober 1956 zurück. Für einen Augenblick machte es den Anschein, auch Gerö werde es nicht gelingen, das Rad der Geschichte zurückzudrehen. Am 28. Oktober zogen sich die sowjetischen Truppen zurück, und zwei Tage darauf gab die sowjetische Regierung in einer Rundfunksendung zu, dass es zu „Rechtsverstößen und Fehlern“ gekommen sei, welche „das Prinzip der Gleichheit zwischen sozialistischen Ländern“ verletzt hätten. In der Sendung wurden „Maßnahmen zur Verhütung jeder Möglichkeit einer Verletzung des Prinzips der nationalen Souveränität“ angekündigt, und es wurde vorgeschlagen, die „Frage der auf ungarischem, rumänischem und polnischem Territorium stationierten sowjetischen Truppen zu prüfen“.

War dies lediglich eine List zur Beruhigung der Gemüter, während sich der Mörder auf die nächste Schurkentat vorbereitete, oder hatte die Sowjetführung tatsächlich einen Rückzieher unternommen, unter dem Zwang der Umstände ihre Fehler eingeräumt und somit Hoffnungen auf eine echte Versöhnung zwischen den Völkern aufkeimen lassen?

Wie sich die Lage entwickelt hätte, wenn Israel nicht im Bund mit England und Frankreich in Ägypten eingefallen wäre, weiß niemand. Die – von Briten und Franzosen tatkräftig unterstützte – zionistische Aggression half der Revolution aus der Patsche: Wie auf den Wink eines Zauberers hin wandten sich die Augen der Welt von Ungarn ab und dem Nahen Osten zu. Vergeblich bat Nagy am folgenden Tag den Westen um Hilfe und wies darauf hin, dass 200.000 sowjetische Soldaten mit 5.000 Panzern in Ungarn einrückten.

In Budapest kam es zu einer recht eigentlichen Schlächterei; große Teile der Stadt verwandelten sich in ein Trümmerfeld. Am 7. November verstummte die Stimme des letzten freien ungarischen Radiosenders (Radio Rakoczy in Dunapentele), so wie die Stimme der Polen Anno 1944 und jene der Tschechen Anno 1939 verstummt war, nachdem sie dem Westen ihre Trauer bekundet hatten.

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„Dies ist unsere letzte Sendung“, teilte Radio Rakoczy seinen Hörern mit. „Wir werden von sowjetischen Panzern und Flugzeugen überflutet.“ Wie der Wiener Korrespondent der New York Times berichtete, folgte diesen Worten „ein lautes krachendes Geräusch. Dann herrschte Schweigen.“

Imre Nagy flüchtete in die jugoslawische Botschaft, verließ diese jedoch, nachdem ihm die Sowjets freies Geleit zugesichert hatten, und verschwand dann auf Nimmerwiedersehen.[note] Kardinal Mindszenty fand Zuflucht in der US-Botschaft. Ende November berichtete der kubanische Abgeordnete bei den Vereinten Nationen, der über zuverlässige Informationen verfügte, in Ungarn seien 65.000 Menschen getötet worden. Mehr als 100.000 Ungarn waren nach Österreich geflohen, ein kleines Land, das von der angeschlagenen Ehre des Abendlandes rettete, was noch zu retten war, indem es sämtliche Flüchtlinge aufnahm ohne Fragen zu stellen. Einige Tausend der Geflüchteten kamen später in die Vereinigten Staaten; dort wurden sie von Verteidigungsminister Wilbur Bruckner empfangen, der ihnen befahl, die amerikanische Fahne zu grüßen und Präsident Eisenhower zu applaudieren.

Jene Tage haben die Welt tatsächlich erschüttert, und wäre die ganze Wahrheit ans Licht gekommen, so wäre die Erschütterung noch wesentlich größer gewesen. Die damaligen Geschehnisse hatten bewiesen, dass die wahren Werte des Abendlandes nun von den geknechteten Völkern Osteuropas hochgehalten wurden und nicht von den USA, Großbritannien oder Frankreich. Diese Länder hatten Ungarn den Rücken gekehrt; ihre ganze Aufmerksamkeit galt der Entwicklung im Nahen Osten, welche die Hoffnung auf eine Befreiung Osteuropas über Nacht zunichte gemacht hatte. Die Zusammenarbeit zwischen dem revolutionären Kommunismus und dem revolutionären Zionismus hatte so perfekt geklappt wie weiland im Oktober 1917; die beiden Zwillingsbrüder hatten einander nach Kräften geholfen. Die UNO fand keine Zeit, um die Lage in Ungarn auf ihre Agenda zu setzen, und nachdem der Aufstand in Blut ertränkt worden war, ließ sie es mit lahmen Protesten bewenden.

In Ungarn selbst wurde der abgehalfterte Gerö durch einen anderen Kommissar von 1919 ersetzt, Ferenc Münnich, der bereits unter Bela Kun eine prominente Rolle gespielt hatte und nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem sowjetischen Exil nach Ungarn zurückgekehrt war. In den Jahren 1946 bis 1949, als Rakosi die zweite Runde des Terrors einläutete, war Münnich (ein Nichtjude) Polizeichef gewesen. Nun wurde er in der von Moskau eingesetzten Kadar-Regierung Stellvertretenden Ministerpräsident, Verteidigungsminister sowie Minister für Öffentliche Sicherheit. Janos Kadar selbst hatte in der Vergangenheit mehrere Male ein gewisses Maß an Unabhängigkeit an den Tag gelegt und war deshalb wenig mehr als eine Galionsfigur, die keine echte Macht ausüben durfte. Laut der New York Times war Münnich „Moskaus As, das Kadar kontrolliert“.

So senkte sich die Nacht abermals über Ungarn. Die Magyaren mussten sich mit den Worten Präsident Eisenhowers trösten, der beteuert hatte, ihre Tragödie gehe ihm „sehr zu Herzen“. Die – während der Oktoberrevolution von 1917 – gelegte Zeitbombe war im Nahen Osten just zu einem Zeitpunkt explodiert, wo die Revolution ihr bisher größtes Fiasko erlitten hatte und ihr die totale Niederlage drohte. War die internationale Lage eben noch so hoffnungsvoll gewesen wie nie in den Jahren zuvor, so war sie jetzt trostloser denn je zuvor. Die Sowjets durften in Ungarn ungestört

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ein Massaker anrichten, während sich die Westmächte in Sachen Israel, Ägypten und Suezkanal in den Haaren lagen. Die ganze Welt blickte wie gebannt auf den Nahen Osten, und die Sowjetführer, an deren Händen das Blut einer europäischen Nation klebte, konnten gemeinsam mit dem Rest der Welt über England und Frankreich herziehen, weil sie sich an der israelischen Aggression gegen Ägypten beteiligt hatten.

Es erwies sich, dass die Gründung eines zionistischen Staates in Palästina noch verhängnisvollere Konsequenzen hatte als die – ebenfalls von talmudistischen Juden geführte – kommunistische Revolution in Russland. Deshalb wollen wir uns bei unserer Analyse der Ereignisse des vergangenen Jahrzehnts nun der Geschichte des Zionistenstaates zwischen seiner gewaltsamen Schaffung Anno 1948 und seinem Überfall auf Ägypten Anno 1956 zuwenden.

 

[34] Im Jahre 1952 tauchte an der Oberfläche des Indischen Ozeans eine Fischart auf, die man seit Millionen Jahren ausgestorben wähnte. Aufgrund seiner archaischen Gestalt bereitete dieser Fisch den Verfechtern der darwinistischen Evolutionslehre gehöriges Kopfzerbrechen. Das jähe Erscheinen des levitischen Zionismus, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts an die Oberfläche gespült wurde, war eine vergleichbare Überraschung aus der Tiefe. (Zurück)

[35] Stalins Nachfolger wurde für kurze Zeit Grigori Malenkow, an dessen Stelle jedoch schon bald ein Duumvirat trat, bestehend aus Parteichef Nikita Chruschtschow und Premierminister Nikolai Bulganin. Ob diese beiden die gesamte Macht Stalins geerbt hatten oder von anderen kontrolliert wurden, blieb der Außenwelt verborgen. Der Jude Lazar Kaganowitsch, der alle Säuberungen und Umwälzungen überlebt hatte, behielt seinen Posten als Vizepremierminister und verkündete der Welt zum Jahrestag der bolschewistischen Revolution im November 1955 die frohe Botschaft: „Revolutionäre Ideen kennen keine Grenzen.“ Im selben Monat reisten Chruschtschow und Bulganin zu einem Staatsbesuch nach Indien. Die New York Times warf damals die Frage auf, wer wohl die UdSSR während ihrer Abwesenheit regiere, und gab die Antwort gleich selbst: „Lazar Kaganowitsch, der kommunistische Veteran.“ In der Tat hatte Kaganowitsch zu den ältesten und engsten Vertrauten Stalins gehört - was die westlichen Medien freilich nicht daran hinderte, Stalin kurz vor seinem Ableben als „neuen Hitler“ zu attackieren und ihm hiermit „Antisemitismus“ zu unterstellen. (zurück)

[37] Laut jüdischer Quellen leben in der UdSSR heutzutage rund zwei Millionen Juden, was einem Prozent der sowjetischen Gesamtbevölkerung entspricht. Letztere belief sich gemäß dem statistischen Handbuch der sowjetischen Ökonomie im Juni 1956 auf 200 Millionen. (zurück)

[38] Eisenhower fügte hinzu, seine Mutter habe ihn und seine Brüder getreu den Lehren des Alten Testaments erzogen – ein verstohlener Hinweis auf die Sekte der Zeuge Jehovas, der Eisenhowers Mutter angehört hatte. (zurück)

[39] Der amerikanische Außenminister A. Dulles sprach zwar gerne von der „Befreiung“ der osteuropäischen Völker, lehnte jedoch jede Mitverantwortung seiner Regierung für den gescheiterten Aufstand in Ungarn ab. Seit 1952, argumentierte er, hätten er und sein Präsident immer wieder erklärt, die Befreiung müsse mit friedlichen, evolutionären Mitteln verwirklicht werden. (Erklärung von A. Dulles in Augusta, 2. Dezember 1956.) (zurück)

note: Imre Nagy wurde am 16. Juni nach einem Geheimprozess wegen „Landesverrats“ gehängt. – Der Übersetzer. (zurück)

 

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